Buchbach (epd). Kirchengebäude aufzugeben und zu entwidmen, ist nach Einschätzung der Bayreuther Regionalbischöfin Berthold Sachs eine schmerzvolle Aufgabe. "Sie schmerzt auch mich - aber der Kopf sagt, es ist die richtige Entscheidung", sagte Sachs laut Redemanuskript am Sonntag in der St. Johanneskirche in Buchbach (Kreis Kronach). "Wir müssen die Gebäudelast verkleinern, wir müssen uns konzentrieren", so die Regionalbischöfin. Es gehe darum, den Glauben lebendig zu halten, nicht vorrangig um Gebäude-Erhalt.
Der Kirchenvorstand der Pfarrei Tettauer Winkel hatte beschlossen, die kleine Kirche als eines von vier Kirchengebäuden zu entwidmen und zu verkaufen. Das Gebäude sei in der Corona-Zeit zu klein gewesen, um "sicher mit Abstand Gottesdienste zu feiern". Danach war es für die geschrumpfte Gottesdienstgemeinde zu groß und zu teuer. Aus dem bisherigen Gotteshaus soll ein Wohnhaus werden. "Möge es auch denen, die hier einmal zuhause sein werden und ein und aus gehen, ein Segensort sein", sagte Sachs.
"Berührende Gottesdienste" ohne Kirchengebäude
"Für den heutigen Tag heißt das: Ja, es ist ein trauriger Tag", sagte Sachs. "Aber - bei Licht besehen kommt es auf Kirchengebäude nicht an. Es kommt auf Jesus Christus an, den Grund des Glaubens. Und es kommt auf die Menschen an." Sie selbst habe in den bayerischen Partnerkirchen in Mittelamerika "in Hütten und Ställen" berührende Gottesdienste erlebt und in Tansania unter Sonnenschirmen "Gott singend, trommelnd und tanzend gelobt". Gott wohne nicht in einem Kirchengebäude, "er wohnt in eurem Herzen".
Artikel aus dem Sonntagsblatt
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